Zur Erinnerung

Ein Link auf 2 Artikel zum Thema Flüchtlingskrise, auf die in der aktuellen Diskussion leicht vergessen wird.

Es ist Juli 2019. Es wird viel diskutiert dieser Tage. Ist die deutsche Kapitänin Carola Rackete eine Heldin? Sollen die europäischen Häfen für Flüchtlinge geschlossen werden? Kann mann sich auf einen Verteilungsschlüssel innerhalb der EU einigen?

Zu diesen Themen wurde schon sehr viel gesagt. Ich möchte daher gerne zur Abrundung der Diskussion nur 2 Artikel verlinken, die vielleicht nicht so oft genannt wurden. Sie sollen nicht vergessen werden.

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Herzenswünsche und was der Samariterbund damit zu tun hat

Eine Vorstellung der Samariter-Wunschfahrt für schwer kranke Menschen. Einmal noch…….

Noch einmal den Sonnenaufgang über freiem Feld sehen. Noch einmal der Lieblingsmannschaft live im Stadion zujubeln können. Noch einmal seinen Lieblingsort sehen. Noch einmal die Familie besuchen können. Noch einmal den nächtlichen Sternenhimmel weit weg von den Lichtquellen der Stadt sehen können.

Einmal noch.

Was so einfach klingt, ist für schwerkranke Menschen, die nicht mehr mobil sind, nahezu unmöglich. Daher hat der Österreichische Samariterbund die Aktion „Samariter Wunschfahrt“ ins Leben gerufen. Mit einem speziell ausgerüsteten Kranken/Transportwagen und der Mithilfe von ehrenamtlichen Rettungssanitätern können solche Wünsche nun erfüllt werden.

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Open Piano for Refugees oder wenn ein Klavier zum Integrationsinstrument wird

Über Klaviere in freier Wildbahn und was das mit Integration zu tun hat. Und warum Floridsdorf rockt!

Open Piano am Wiener Hauptbahnhof
Open Piano am Wiener Hauptbahnhof (aus dem Media Kit der Homepage openpianoforrefugees)

Neulich steige ich am Bahnhof Floridsdorf aus der Schnellbahn, und schon am Bahnsteig höre ich plötzlich klassische Musik. Zuerst dachte ich, daß diese aus den Lautsprechern kommt und von der ÖBB eingespielt wurde – vielleicht zur Unterhaltung der Fahrgäste, weiß man´s ? Ich fahre mit der Rolltreppe in den Bahnhofsaal hinunter und dort – Überraschung – steht tatsächlich ein weißes Klavier, umringt von einer Menschentraube. Bespielt wird es von einem älteren Herrn, der dem Instrument wunderschöne Töne entlockt.

Klavier in freier Wildbahn

Ein ungewöhnliches Instrument für einen Straßenmusiker, denke ich noch. So ein Klavier führt man ja nicht gerade in der Tasche mit sich. Dann fällt mein Blick auf Infoflyer, die vor dem Klavier aufliegen, und ich lese zum ersten Mal etwas von der Aktion „Open Piano for Refugees“.

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Ein offenes Wort von Herrn Kardinal Schönborn

Es gibt Interviews, bei denen ich froh bin, sie gehört zu haben.

Kardinal Schönborn war am 14.4.2019 zu Gast in der ORF Pressestunde. Eine gute Zusammenfassung des Gespräches gibt es auf der Homepage der Erzdiözese Wien bzw ist der Beitrag noch ein paar Tage in der ORF TVthek abrufbar.

Und es lohnt, sich das Gespräch anzuhören bzw nachzulesen. Mir gefällt sehr, daß auch für die Kirche durchaus unangenehme Themen sehr offen beantwortet wurden, beispielsweise beim Thema Missbrauch. Der eine oder andere Politiker sollte sich hier ein Beispiel nehmen.

Es tut auch gut, zu sehen, daß der Kardinal zu differenzieren versteht. Der Regierung wird nicht pauschal ein schlechtes Zeugnis ausgestellt (was er auch nicht als seine Aufgabe sieht). Es werden Dinge wie der Familienbonus und die Einführung des Ethikunterrichtes als sehr positiv bewertet. Der Kardinal scheut sich aber andererseits auch nicht, beispielsweise die aktuelle Asylpolitik (zb die Umbenennung von Traiskirchen in „Ausreisezentrum“, die er als unmenschlich bezeichnet) mit deutlichen Worten zu kritisieren.

Insgesamt habe ich mich gefreut, zu sehen, daß es Bewegung in der katholischen Kirche gibt. Langsam, aber doch. Die Stärkung der Rolle der Frauen in der Kirche, der Wegfall des Pflichtzölibats, hier gab es positive Signale. Es wird nichts von heute auf morgen geschehen, aber ganz langsam scheinen sich hier Türen zu öffnen.

Eine Erinnerung an ein persönliches Gespräch mit Kardinal Schönborn gibt es hier auf meiner zweiten Site „wortgedacht“.

#kardinalschönborn
#asylpolitik
#fraueninderkirche

Hands up!

Keine Angst, es geht um nichts gefährliches. Hands up ist der Name einer Ausstellung in Wien, in der die Möglichkeit geboten wird, in die Welt der Gehörlosen einzutauchen. Man bekommt zu Beginn der Führung einen schalldichten Kopfhörer, sodaß man selbst nichts hören kann. Ein gehörloser Guide nimmt Dich dann an die Hand und führt Dich durch die Ausstellung.

Ich habe es nun auch selbst ausprobiert und muß sagen, daß es ein sehr faszinierendes und interessantes Erlebnis war. Wie ungewohnt es war, tatsächlich nichts zu hören. Sich auf den Guide zu konzentrieren, seine Mimik, seine Körpersprache, um sich mit ihm verständigen zu können.

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Sprachcafe in der VinziRast

Wer sich ehrenamtlich engagieren und mit geflüchteten Menschen Deutsch üben möchte, hat seit kurzem eine neue Möglichkeit: das Sprachcafe´ der VinziRast.

Einmal in der Woche kommen die Ehrenamtlichen mit den Bewohnern (derzeit sind es acht syrische Geflüchtete) zusammen. Die Bewohner geben die Themen, über die geplaudert werden soll, vor.

Jeden Mittwoch, ab 18 Uhr, im VinziRast-Home, Wilhelmstrasse 2, 1120 Wien

Nähere Informationen gibt es auf der Homepage des Projekts und unter kontakt ät vinzirast punkt at.

Eine Prise Mut

Es ist einer der Momente, wo man spürt, daß einem das Leben auch etwas zurückgibt…

Ich unterstütze im Rahmen eines Pfarrprojektes seit geraumer Zeit eine Familie aus dem Irak. Wir lernen Deutsch zusammen, machen Hausübungen gemeinsam usw. Die zwölfjährige Tochter C. hatte vor kurzem ihr Schulabschlußfest, bei dem sich die Klasse von ihrer Lehrerin verabschiedete.  Jedes Kind sagte ein paar Sätze, was es mit der Schule oder der Lehrerin verbindet.

C. erzählte in schon sehr gutem Deutsch, wie sie vor 2 Jahren an ihrem ersten Tag vor der Klassentür stand und hineinging, Sie berichtete von Ihrer Aufregung, aber auch von „einer Prise Mut“, die sie gespürt hatte. Sie hat dann die Tür geöffnet und ist seinerzeit von der Klasse sehr nett aufgenommen worden.

Ich habe C. das Eine oder Andere in den letzten Monaten beigebracht. Heute aber hat sie mich etwas gelehrt. Nämlich mit „einer Prise Mut“ an manche Dinge heranzugehen. Und daß Mut manchmal belohnt wird.

Ganz normal oder reden wir darüber!

„Eine seelische Erkrankung ist so normal wie Diabetes.“

Über diesen Satz bin ich gestolpert, als ich zuletzt auf der Krankenkasse war. Er gehört zur Seite ganznormal.at , hinter der der gleichnamige Verein  zur Förderung der öffentlichen Diskussion über seelische Gesundheit steht. Ziel ist die „Enttabuisierung“ von seelischen/psychischen Erkrankungen und die Gleichstellung von physischen und psychischen Krankheiten.

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Antwort auf Restart your Heart

In einem früheren Artikel habe ich von der Aktion „Restart your Heart“ von Amnesty International berichtet. Zweck war es, einem unbekannten Menschen ein paar nette Worte zu übermitteln.

Ich habe nun selbst auch eine Antwort erhalten:
„Schön, daß es Dich gibt! Du bist etwas ganz Besonderes.“ (Stephanie)

Die Aktion scheint also funktioniert zu haben. Und man freut sich.

#restartyourheart

10.000 Chancen

Eine interessante Initiative nennt sich „10.000 Chancen“ – Zweck ist die Vermittlung von asylberechtigten Flüchtlingen in den österreichischen Arbeitsmarkt.

Das Ziel des dahinter stehenden Vereines mit Gründer Bernhard Ehrlich ist es, aus Sozialhilfebeziehern Steuerzahler zu machen und 10.000 Arbeitsplätze zu schaffen – was dem Staat 100 Mio EUR pro Jahr ersparen würde (laut Interview Herr Ehrlich).

Auf der Homepage des Vereines haben Firmen die Möglichkeit, offene Stellen bekannt zu geben. Es wird dann der Kontakt zu NGOs hergestellt, die asylberechtigte Flüchtlinge vermitteln können.

Die Aktion wird auch u.a. vom Trend unterstützt – neben einem interessanten Bericht gibt es auch eine Unterseite, auf der die angebotenen Arbeitsplätze sichtbar sind. Es handelt sich derzeit großteils um die Bereiche Reinigung/Facility und Gastronomie.